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Das Schultergelenk, die Rotatorenmanschette und warum Physiotherapie so wichtig ist

  • Autorenbild: Julia Svacina
    Julia Svacina
  • 4. Aug.
  • 4 Min. Lesezeit



Die Schulter, Rotatorenmanschettenruptur und Physiotherapie


Das Schultergelenk und die zugehörige Muskulatur stellt für viele Menschen, PatientIn und TherapeutIn, eine bestimmte Herausforderung dar. 

Wir behandeln in diesem kurzen Beitrag grob den Aufbau der Schulter, ihre Funktion und das Krankheitsbild Rotatorenmanschettenriss und warum Physiotherapie so ein wichtiger Bestandteil einer erfolgreichen Genesung ist. Wir werden kurz auf das Thema Operation eingehen und welche Risikofaktoren und Ursachen es gibt, bis wir dann zu den Behandlungsmöglichkeiten kommen, mit welchen ich Dir helfen kann deine Symptome zu lindern und deine Lebensqualität zu verbessern.


Das Schultergelenk und die Rotatorenmanschette - ein kurzer anatomischer Einblick


Das Schultergelenk (Glenohumeralgelenk, kurz GHG) ist eines der komplexesten Gelenke des Körpers. Es wird gebildet vom Oberarmkopf (Humeruskopf) und der Gelenkspfanne des Schulterblatts (Cavitas glenoidalis) und ist das beweglichste Gelenk im menschlichen Körper. Neben den Bändern des Schultergelenks findet man auch einige Schleimbeutel, die als „Stoßdämpfer“ bzw. Gleitlager dienen. Die Gelenkskapsel des Schultergelenks ist, im Vergleich zu der des Knies oder der Hüfte, deutlich schlaffer und hat so eine geringere stabilisierende Funktion. Was uns direkt zur Rotatorenmanschette bringt. 


Was ist die Rotatorenmanschette?


Die Rotatorenmanschette ist eine Gruppe von vier Muskeln (M. Teres Minor, M. Supraspinatus, M. Infraspinatus und dem M. Subscapularis) die man beim Glenohumeralgelenk (Schultergelenk) findet. Sie haben ihren Ursprung jeweils am Schulterblatt und ihren Ansatz am Oberarmknochen. Die einzelnen Muskeln gehen in Sehnen über und bilden gemeinsam eine Stabile Sehnenplatte, die vor allem für die Stabilisierung der Schulter zuständig ist. Eine weitere Funktion der Rotatorenmanschette ist es, den Oberarmkopf in der Gelenkspfanne des Schulterblatts zu zentrieren. Außenrotation und Innenrotation, sowie das zur Seite Heben des Armes sind weitere Aufgaben.

Wenn die Rotatorenmanschette eine Schädigung hat oder Schmerzen bei Armbewegungen auftreten, ist die Zentrierung nicht gewährleistet, was die Funktion der Schulter einschränkt. Sehr häufig betroffen von Verletzungen ist der Musculus supraspinatus, der vor allem in den erstem paar Graden der Bewegungen des Armes seine Hauptfunktion hat.


Wie entsteht eine Rotatorenmanschettenruptur und welche Risikofaktoren gibt es?


Häufig kommt es zu (Ein-)Rissen nach Stürzen auf den gestreckten Arm (Skifahren, ausrutschen, im Zuge von Gleichgewichtsproblemen, …). Aber auch ohne ein Trauma, wie z.B. durch Fehlbelastung oder -stellungen, kann eine Rotatorenmanschettenruptur auftreten. 

Die Risikofaktoren sind weitreichend. Von genetischen Faktoren, über Haltung, Belastung im Arbeitsalltag, Sportliche Belastung bis hin zum anatomischen Aufbau. Beitragende Faktoren sind auch wie gut Dein Gleichgewicht ist oder auch ob Du Erkrankungen der Wirbelsäule (Bandscheibenvorfälle, …) hast. Schwindel kann unter Umständen auch ein beitragender Faktor sein, genauso wie ein niedriger Blutdruck.


Wie erkennst Du, dass die Rotatorenmanschette betroffen ist?


Häufige Symptome einer Verletzung der Rotatorenmanschette sind Schmerzen bei Überkopf-Bewegungen, Kraftlosigkeit und Schmerzen beim auf der Schulter Liegen. Im Alltag fällt vor allem Haare bürsten/hochstecken, BH-zumachen, einschmieren oder auch Sachen aus dem obersten Regal nehmen schwer, und ist häufig schmerzhaft. Die Beweglichkeit der Schulter und auch damit einhergehend die Kraft wird nach und nach weniger.

Wenn Du Dich wiedererkennst bei einem/mehrerer dieser Beschwerden, dann kann es möglich sein, dass die Rotatorenmanschette in Mitleidenschaft gezogen worden ist. 

Häufig trifft man auch auf den Begriff „Schulterimpingement“, da die Symptome sich sehr ähnlich sind. Einen kurzen Beitrag zu diesem Krankheitsbild findest du in hier Kürze.

 

Wie wird eine Rotatorenmanschetten(teil-)ruptur diagnostiziert?


Die Diagnose wird im Zuge einer orthopädischen Untersuchung gestellt. Am häufigsten treffen die PatientInnen als erstes auf eine*n Orthopäden*in, welche*r die generelle Schulterfunktion, die Beweglichkeit und Kraft testet. Meistens wird ein MRT gemacht, was einen bildlichen Befund liefert und uns die Diagnostik und den darauf basierenden Therapieverlauf vereinfachen kann. 

Physiotherapeutinnen treffen häufig als nächstes auf die PatientInnen. Auch wir führen Tests durch, die uns Aussage über die Kraft und Beweglichkeit der Schulter liefern.


Muss ich eine Rotatorenmanschettenruptur operieren lassen?


Kurz gesagt - es kommt drauf an. Je nach Schweregrad, Leidensdruck und Diagnose kann eine Arthroskopie durchgeführt werden, ist aber nicht zwingend notwendig. Ein Riss der Rotatorenmanschette wird häufig operativ durch eine Naht der Sehne versorgt. Im Gegenzug dazu werden Teilrisse häufig konservativ behandelt, da die Funktion noch bedingt vorhanden sein kann. Hierbei wird vor allem auf Schmerztherapie und Muskelaufbau der Rotatorenmanschette gesetzt. 


Physiotherapie bei einer Rotatorenmanschettenruptur


Die Therapie gestaltet sich angepasst daran, welche Muskeln der Rotatorenmanschette betroffen sind, ob es eine arthroskopische Versorgung gegeben hat oder ob es sich um reine konservative Therapie handelt. Im Vordergrund steht es, das normale Bewegungsausmaß über Mobilisationsübungen wiederzuerlangen, Schulterschmerzen zu reduzieren und das Gewebe optimal in seiner Wundheilung unterstützen. Das Ziel, erneute Rupturen zu vermeiden, steht dabei ebenso im Vordergrund, wie die Rückkehr zu einem normalem Alltag.

Mit gezielten Übungen möchten wir die Kraft aufbauen, um die Stabilität der Schulter wiederherzustellen und die Zentrierung zu gewährleisten. Diese Kräftigungsübungen fokussieren sich vor allem auf die operierte Muskulatur, aber auch die angrenzenden Muskeln im Schulter- und Nackenbereich geraten nicht in Vergessenheit.

Schmerzen zu reduzieren und ein normales Leben wiederzuerlangen sind ebenfalls Ziele, die wir gemeinsam in unseren Therapieeinheiten verfolgen werden. Die angrenzenden Gelenke wie die Brust- und Halswirbelsäule werden, bei Bedarf, mitbehandelt, um die gesamte dynamische Kette zu versorgen.

 

Wie sieht der Behandlungsplan aus?


In den ersten Einheiten der Rehabilitation werden wir uns, abhängig davon ob eine OP durchgeführt worden ist oder nicht, vor allem mit der passiven Beweglichkeit beschäftigen. Hier möchten wir die Durchblutung fördern und schmerzfreie Reize setzen.

Schritt für Schritt tasten wir uns an aktiv-assistive bzw. Aktive Übungen heran, bis die Muskeln und Sehnen in der Wundheilung so weit fortgeschritten sind, dass die schmerzfreie Muskelaktivität wieder möglich ist.


Aber auch die umliegende Muskulatur (Rumpf, Oberarm, …) wird mitbehandelt – sowohl passiv als auch aktiv. Unter Berücksichtigung Deiner Schmerzgrenze und Belatungsfähigkeit kriegst du eine Reihe von Übungen, die deine optimale Genesung fördern.

Je nach Fortschritt und Ziel gestalten wir die Therapie anspruchsvoller pro Woche, um eine optimale Belastbarkeit wiederherzustellen.

Mein Job als Physiotherapeutin ist es, Dich bei dem Weg deiner Genesung zu unterstützen, daher ist eine gute Kommunikation und Zusammenarbeit ein wichtiger Bestandteil einer guten Rehabilitation. 

 
 
 

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